Junggesellenabschied. Tscha. Immer wieder, auch just in diesem Moment, sitzt irgendwo mindestens ein Trauzeuge, der spontan so gar keine Ahnung hat, was er da jetzt eigentlich organisieren soll. Und wie das so ist: Ständig stolpert man des Abends über einen Junggesellenabschied, kann sich aber spätestens am nächsten Tag an so ziemlich nichts mehr erinnern. Was auch eben diesen Junggesellenabschied mit einschließt, dem man zufällig begegnet ist und dem man – wenn es denn Mädels waren – eventuell noch das ein oder andere Feuerzeug, Kondom, was-auch-immer abgekauft hat. Hoffentlich kein Kondom, dass die eigene Freundin dann am nächsten Morgen fragend in der Hand hält. Man selber kann sich ja leider an nichts erinnern. Jedenfalls kennt man das Problem ja mindestens vom Geburtstag der Freundin. Unfassbar viele Dinge werden einem mehr oder weniger und bei fast jeder Gelegenheit auf die Nase gebunden, aber man kann sich an die Handtasche, Brosche, Waffeleisen im nächsten Augenblick leider nicht mehr so recht erinnern. Was ist also gefragt? Genau. Aufmerksamkeit. Die Augen und Ohren aufhalten.
Denn obgleich man sich angesichts der JGA-Standard-Rituale immer wieder in Bill Murray in seiner besten Rolle (jawohl) versetzt fühlt, nimmt man hier und dort auch mal etwas Neuartiges wahr. Manchmal auch Bizarres. Merkwürdiges. Aber nicht diese Art von Merkwürdigkeit, in der die Braut den Bauchladen auf dem Rücken trägt oder sich ihren Bauchladen-Krempel selber abkauft. Diese Art von Bizarrem, bei dem sich der angehende Bräutigam eine Damenhandtasche in den Hintern steckt oder auf einem Tampon Purple Rain spielt. Diese Art von Merkwürdigkeit, bei der man sich als Unbeteiligter öffentlich zwar dezent verschämt die Hand vors Gesicht hält, es insgeheim aber natürlich doch irgendwie zum Schreien komisch findet, weil es nämlich jemand anderem passiert. Alles in allem jedenfalls nichts, was man sich unbedingt abgucken sollte. Aber zumindest ein Hinweis darauf, dass es da draußen noch mehr gibt als Bauchläden und T-Shirts mit der Aufschrift lebenslänglich.
Okay. Ernsthaft. Das mit der Aufmerksamkeit war jetzt natürlich Quatsch. Augen und Ohren offen halten. Klar. Der richtige Weg ist es natürlich, weiterhin unaufmerksam zu sein und sich – wenn es soweit ist – irgendwie spontan zu behelfen. Am besten auf Kosten anderer. Zum Beispiel auf meine. Wenn Ihr Euch allerdings jetzt gerade in diesem Moment auf diesen Blog verlaufen habt, ja, dann ist das ziemlich ärgerlich. Denn von dem, was ich hier großspurig ankündige, nämlich Tipps und Ideen für den Junggesellenabschied bzw. Junggesellinnenabschied, ist leider noch nicht viel vorzufinden. Ich kann mich nämlich leider auch an nichts mehr erinnern (siehe oben; und nein: das mit dem Kondom ist mir nicht passiert (es war ein BH)). Aber ich krame mal in meinen Erinnerungen und halte ab sofort verstärkt die Augen offen. Für Euch, die Ihr da ideenlos vor der Planung eines Junggesellenabschieds steht und – je mehr Zeit verstreicht – für beinahe jede (bizarre) Idee des Dankes seid. Oder einfach nur, um Euch zu vergewissern, dass Andere noch viel beklopptere Ideen haben als Ihr. Und Ihr Euch dafür nicht schämen müsst. In diesem Sinne: Willkommen. Bei den skurrilen Fällen des JGA, für die ich Euch auch gerne das ein oder andere Mal Vorschläge für eine Extended Version liefere. Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch dankbar für Erfahrungsberichte. Besonders, was die Extended Versions angeht.